Da fährt man gerade flowig mit um die 70 km/h und plötzlich flattert es leicht. Im Rückspiegel sieht man dann einen Reifen, der sich aufs Feinste danebenbenimmt. Mist.

Also erstmal rechts ranfahren und den Schaden begutachten...

Nochmal Mist. Die Lauffläche des zerfetzten Reifens liegt leicht unter der vierten Achse, so kommt man nicht weg, zumindest nicht ohne rohe Gewalt.

Na dann... Erstmal ein Stück die Straße weitergehen und hoffen, daß es irgendwo einen Feldweg oder eine Einfahrt gibt, damit man beim Wechseln nicht auf der Straße arbeiten muß.

Und in der Tat, rund 280 Meter weiter gab es einen schönen Feldweg. Schnurstracks ging es zurück zum KAT. Einen halben Meter zurücksetzen und dann versuchen, die Lauffläche irgendwie zur Seite zu ziehen. Der erste Versuch hat nicht ganz geklappt, der 'Lappen' hing noch zu stark am Rest des Rades.

Mit vorsichtigem Schwung ging es also noch einmal ein kleines Stück vorwärts und dann wieder zurück, in der Hoffnung, den Gummi etwas mehr abzureißen. Das hat dann auch geklappt: Jetzt lag die Lauffläche besser, so daß man sie zur Seite zerren konnte.

Also noch einmal anfahren und 280 Meter lang Daumen drücken, daß sich nichts verheddert... puh.


Mittlerweile haben wir ja schon Übung darin: Zwei 27er und zwei 36er Schlüssel, um das Ersatzrad vom Container zu lösen. Dann Wagenheber und Reifenwechselstangen holen, Schlagschrauber mit 30er Kraftnuß, Kompressor und Druckluftschlauch vorbereiten und los geht's. Danach das ganze Werkzeug wieder einräumen und die Reste ordentlich verstauen. Ist das eigentlich Plastik- oder Restmüll? Wir haben uns für Restmüll entschieden, die haben größere Container (wink)

Wir waren eine halbe Stunde schneller als letztes Mal, nur ca. 2,5 Stunden (smile)

Jetzt kann man sich aber schon fragen, ob das Zufall war... der Reifen war noch in einem ziemlich guten Zustand mit viel Profil, der Luftdruck wurde erst vor ein paar Tagen noch einmal nachjustiert und hält sich erfahrungsgemäß über Monate sehr konstant. Naja, ziehen wir die Paranoia-Mütze mal nicht auf... aber die anderen Reifen werden jetzt auch noch einmal ganz genau nach Fremdkörpern untersucht!

Ein Gutes hat die Sache aber: Vierachse sind klasse und wir wollen spätestens jetzt auch nie mehr tauschen! Als der Reifen wegflog, blieb der KAT unglaublich stabil in seiner Spur und ließ sich noch richtig gutmütig fahren. Die Felge schlug auch nicht auf der Straße auf. Wir sind froh, eine (eher zwei) Achsen mehr zu haben, als man wirklich braucht. Der Sicherheitsgewinn ist enorm.

...und es macht so einen großen Spaß beim Fahren (smile)

A propos: Ein paar Kilometer haben wir heute trotzdem geschafft: