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Freunde und Familie besuchen war das Thema unserer kleinen Rundreise im März.

Los ging es bei Liane und Andreas, wo wir mit ein paar weiteren ATV-Toreros (http://atv-toreros.chapso.de) eine ziemlich matschige, aber auch extrem spaßige Fahrt durch den Heidekreis unternommen haben. Rund 80 km später haben wir uns erst einmal mit dem Schlauch grob vorreinigen müssen, das war dann doch etwas kalt... immerhin waren wir danach wieder halbwegs fotogen. (wink)

Wir blieben noch über Nacht und verbachten einen schönen Abend, inklusive Feuertonne, feinen Getränken und leckerem Kuchen. Schön war's!

Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Harz zu Guido Piontek, um das nur grob gereinigtre Allrad-Quad servicieren und das Ventilspiel einstellen zu lassen.

Den Sonntag verbrachten wir im Harz. Es hat auch noch einmal gut zu schneien begonnen. Was den Winter über gefehlt hat, schien jetzt nachgeholt zu werden.

Am Montag hat das Matsch-Schicksal dann wieder zugeschlagen: Nach Abgabe des ATV trafen wir auf einem Parkplatz In Osterode (wo man theoretisch auch übernachten kann) auf Alex, der uns ein Stück Land seines Vaters zeigen wollte, das sich perfekt zum Übernachten eignen sollte.

Den Parkplatz (auf der Karte rechts markiert) ließen wir also links liegen und fuhren mit Alex auf das Grundstück zum Begutachten. Es handelte sich dabei um die Reste eines Panzertrecks und einer Stelle, wo früher die russischen Soldaten campiert haben, während das Ungeziefer in ihrer Kaserne ausgeräuchert wurde.

Über sehr lehmigen Karstboden ging es erst ein gutes Stück in der Ebene voran, danach relativ stark bergauf. Bei unserem ersten Anlauf standen wir knapp 10 Meter vor der Kuppe mit durchdrehenden Rädern am Hang und kamen nicht mehr weiter. Das hätte uns eine Warnung sein sollen...

Nun denn, wir wollten ja auch nur mal kurz schauen. Also erst einmal wieder rückwärts heruntergleiten, umdrehen, Alex absetzen und das ATV abholen, das mittlerweile fertig geworden sein mußte.

Danach fuhren wir wieder zu dem auserkorenen Schlafplatz, zugegebenermaßen etwas blind vor Vorfreude, auf dem Hügel des Berges eine schöne Aussicht genießen zu können. Diesmal nahmen wir reichlich Schwung mit, um den Anstieg zu schaffen. Fast hätte es auch geklappt. Fast. Die letzten paar Meter nach eine Rechtskurve und vor einer welligen Wiese mit ehemaligen Schützenlöchern, die dann noch zu überqueren gewesen wäre, kamen wir wieder zum Stehen. Diesmal war es aber keine stabile Lage, der gesamte Boden war sehr schmierig und unsere Reifen sahen auch schon aus wie Töpferscheiben.

Da hat dann auch das rückwärts hinabgleiten lassen nicht mehr so recht geklappt, den KAT zog es ganz deutlich nach links in Richtung Abhang. Lenkeinschläge oder Bremsversuche waren dem LKW egal, er glitt einfach langsam in die Richtung seiner Wahl nach unten. Kein schönes Gefühl! Glücklicherweise fand der Wagen dann doch noch einmal etwas Grip, allerdings standen wir verdächtig nah an der Kante des Weges. Knapp neben der Fahrertür begann ein Zaun, der den Weg bergauf für Menschen etwas sicherer gestalten sollte. Immerhin haben wir den nicht touchiert, das war doch schonmal etwas.

Leider stand der KAT jetzt in ziemlich misslicher Lage da, vorwärts ging es nicht und rückwärts nur viel zu schräg am Hang entlang. Da war uns die Kippgefahr doch deutlich zu groß, zumal wir noch nicht genau wissen, wo jetzt der Schwerpunkt unseres Fahrzeuges mitsamt Container liegt.

Diverse Rettungsversuche später hatten wir uns dann entschieden, daß ich den seitlichen Abhang, an dem der KAT ohnehin schon halb hing, senkrecht herunterrutschen sollte, um die Kippgefahr zu bannen. Wir machten uns noch ziemliche viele Gedanken um das Feld am Fuß des Abhangs, da wir den dort keimenden Winterweizen ja auch nicht zerstören wollten. Trotzdem schien es die beste Lösung zu sein. Wenn wir in das Feld kippen würden, wäre der Weizen auch hinüber.

Also Bremsen los, nach links einschlagen und laufenlassen... Bremsen hatte ohnehin keinen Sinn.

Alles ging gut: das Feld war schön weich und hat die doch relativ zügige Abfahrt wunderbar abgefdert. Leider haben wir uns damit einen LKW erkauft, der bis zu den Achsen im Lehm steckte, und das ziemlich weit im Feld. (sad)

In der Nachmittagssonne hatten wir bei diesem weichen Boden keine Chance, wieder herauszukommen. Also warteten wir auf die Nacht und den Bodenfrost.

Zwischen zwei und fünf Uhr nachts unternahmen wir dann zwei Versuche, auf dem jetzt angefrorenen Boden Fuß zu fassen. Einen halben Meter haben wir geschafft, mehr ging nicht. Dann war der Boden wieder weich. So tief gefriert der Boden im März nicht mehr, daß er knapp 18 Tonnen ausreichend Widerstand entgegensetzen könnte. Da halfen auch die X-Trax-'Sandbleche' nicht.

Tja, da mußte wohl externe Hilfe her.

Um halb acht, zu einer Zeit, wo der Boden noch halbwegs hart war und es keine grobe Frechheit mehr war, fremde Menschen aus dem Bett zu klingeln, wurde ich beim Landbesitzer, dem Vater von Alex, vorstellig und beichtete.

Von da ab ging alles ganz schnell: Sehr zuvorkommend und nett hat er sich nach dem Erkundigen, ob es uns allen gut geht, erst einmal die 'Unfallstelle' angesehen. Erleichtert, daß wir nicht 20 Meter weiter standen, ging es dann zur Genossenschaft. Dort forderte er einen großen Traktor für uns an, da sein eigener zuwenig Leistung hatte. Auch hier sind wir wirklich nett empfangen worden. Eine echte Erleichterung nach den letzten Stunden. Wir hatten uns schon auf Ärger eingestellt, immerhin hatten wir ein Feld mit tiefen Gleisen versehen und brachten jetzt auch noch den Arbeitstag einiger Menschen durcheinander.

Aber alles war gut: Keine 15 Minuten später stand ein großer Traktor vor dem KAT. Ich brachte unseren Bergegurt an und schon gab es einen ersten Versuch, den KAT zu befreien.

Ganz alleine hat es der Traktor auch nicht geschafft, der KAT mußte mit 8 langsam mahlenden Rädern dastehen und versuchen, sich ganz leicht zu machen. Damit hat es dann geklappt. Zwei Meter später konnte der LKW eigentlich schon wieder selbst fahren. Und nach 10 Metern auf Wiese fiel der gesamte Lehm aus den Reifen. Unschuldig, als ob nie etwas gewesen wäre, stand der KAT jetzt da und versuchte, kein Wässerchen zu trüben. (wink)

 

Der Traktor glättete im Anschluß noch die Spuren im Feld, danach war das Thema erledigt. Einen Obulus gab es für den Traktorfahrer natürlich auch. Alex und seinem Vater haben wir kurz vor unserer endgültigen Abfahrt noch zwei Flaschen vor die Tür gestellt. Ohne ihre nette Hilfe und deren 'Vitamin B' in diesem Ort wäre das alles sicherlich viel aufwendiger geworden!

Jetzt konnte die Reise weitergehen. Wir fuhren Richtung Süden und suchten uns auf dem Weg an den Bodensee einen kleinen Wald mit geöffneter Schranke, wo wir zwischen ein paar Holzstapeln übernachten wollten.

Die Schranke sah nicht sehr stabil aus, so daß wir uns keine Gedanken machten, womöglich eingesperrt zu werden. (wink)

Den Dreck der letzten 24 Stunden sah man noch deutlich am KAT. Der Lehm war richtig fest angetrocknet und ließ sich nur mit Mühe entfernen.

Die Schranke war am nächsten Morgen noch offen und wir konnten problemlos nach Friedrichshafen an den Bodensee fahren, Familie besuchen. Wir fanden auch einen schönen Standplatz vor dem Zeppelin-Werftgelände im Industrieweg. dort schliefen wir nach dem ersten Besuchstag auch.

Man glaubt es nicht, aber die Not mancher Menschen, einen Parkplatz möglichst nah am Eingang des Geländes haben zu müssen, ist scheinbar so groß, daß sie dafür auch LKWs zuparken. Als wir am nächsten Morgen den Container verließen, stand 30 cm vor uns ein Smart. Und hinter uns hat ein weiterer Fahrer die Motorhaube seines Autos direkt unter unsere Ersatzräder geparkt. Angst, daß die abfallen können? No way!

Ok, wir können ja auch die Grizzly nehmen, dachten wir. Wenn wir ganz dicht an den Smart heranfahren, dann reichen diese Zentimeter vielleicht, daß wir die Hecktüren öffnen und das ATV herausholen können.

Pustekuchen!

Der Platz hat nicht gereicht, um die Plattform aus dem Heck herauszufahren.

Unsere Liebe zu Smartfahrern ist in diesem Moment nicht gerade größer geworden - mal wieder. Nächstes Mal schieben wir sie einfach sanft weg. (wink)

Mit zwei Einweisern (einer vorne, einer hinten) haben wir es dann nach gefühlt hundert mal Vor- und Zurückstoßen dann doch noch geschafft, aus der Lücke zu kommen. Der KAT wird ja nicht gerade kürzer, wenn man ihn diagonal in eine Parklücke stellt... glücklicherweise hing die Anhängerkupplung hoch genug und die Motorhaube der Wagens hinter uns war niedrig genug, daß wir da noch etwas Speilraum hatten.

Für die nächsten zwei Nächte stellten wir uns an den Flughafen an eine Straße, die parallel zur Start- und Landebahn verlief. Lustigerweise stand keine zwei Stunden später schon wieder jemand so dicht hinter uns, daß wir die Heckgarage erneut nicht öffnen konnten. Obwohl hinter uns Parkverbot und vor uns alles frei war (und kein Parkverbot) - das muß man nicht verstehen. Wir ließen also den Wagen an und fuhren noch einmal einen Meter nach vorne. Dann holten wir das ATV heraus und waren wieder mobil genug, um Besuchsfahrten in enge Gäßchen zu unternehmen.

Weiter ging es an diverse Ortschaften im Schwarzwald, um Onkel und Cousine zu besuchen.

Hier lag noch richtig Schnee, wenn auch die Oberfläche schon hart und knusprig war, vom beständigen Antauen und wieder Einfrieren.

Wir hatten auf jeden Fall ordentlich Spaß, allen voran Fuchs.

 

Hier im Süden von Deutschland besuchten wir auch Christine und Rolf, die wir in Estland kennengelernt hatten. Es war ein wirklich schöner Abend und wir haben uns sehr gut unterhalten. Das können wir gerne wiederholen (wink) - an dieser Stelle noch einmal ganz lieben Dank für die Einladung und das leckere Essen!

Lustig: Ihr Expeditionsmobil ist auch bekannt im ganzen Städtchen und darüber hinweg. Ein paar Kilometer vor dem Treffen haben wir Fuchs noch an einem kleinen See baden lassen und ein Pärchen getroffen, das den grau-blauen MAN-VW auch schon öfters gesehen hat. (smile)

Ab hier unternahmen wir einen Abstecher nach Frankreich. Ins Elsaß, um genau zu sein. Mehr oder weniger zufällig (eine Stunde vor der Wunschpausenzeit mal auf der Karte schauen, wo es nett aussieht) übernachteten wir bei den Cascades du Nideck, immerhin 25 Meter hohen Wasserfällen.

Das klang nach einem interessanten Ausflug für den nächsten Tag.

Allerdings entspringen die Fälle in einer Höhe von 543 Metern, die erst einmal zu Fuß genommen werden wollen. Sogar zweimal: Der Weg führte über einen anderen knapp höheren Berg, ging auf der anderen Seite wieder halb herunter und dann hoch zu den Wasserfällen.

Leider war die Aussichtsplattform wegen eines Erdrutsches gesperrt. Aber der Weg war das Ziel, und der war wirklich sehr schön!

Das ist der Wasserfall, näher kam man wegen des Erdrutsches nicht:

Mit etwas Phantasie sieht das Holz wie ein Häschen aus:

 

Auf dem Heimweg hielten wir noch in Luxemburg an. Tanken für sagenhafte 88,7 Cent pro Liter, das darf man sich nicht entgehen lassen!

Die nächste Übernachtung war in Dortmund-Syburg direkt an der Ruhr bzw. am Hengsteysee.

Die Serpentinen der Hengsteystraße hier sind früher gerne von Motorradfahrern für private Rennen genutzt worden. Wegen zu hoher Unfallzahlen ist jetzt die linke Spur für Zweiräder gesperrt...

Den Rest des Weges nach Hamburg schafften wir dann in einem Rutsch und beendeten damit zwei Wochen Rundfahrt quer durch Deutschland.